Idlhofgasse 42: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Baugeschichte

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|Straße=Idlhofgasse
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|Stadtbezirk=Gries
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|ErbautWann=18. Jh.
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|Textabschnittstitel=Ehem. Großhandel Agnello
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|Textabschnitt=Dieses zweigeschossige, traufseitig zur Straße stehende Vorstadthaus aus dem 18. Jh. zeichnet sich durch eine im Hof gelegene hölzerne Treppe mit anschließendem Balkon aus. Es ist einer der letzten Bauten des ehemals auch "Elendgasse" genannten Straßenzuges; dieser Name verwies auf die am Ende der Gasse, in der Nähe des "Lazaretts" im Pestjahr 1680 errichteten hölzernen Keuschen, in denen die von der Krankheit befallenen dahinsiechten (später gab es unweit dieser Stelle in der Steinfeldgasse das "Sunder-Siechenhaus" des Magistrats).
|Textabschnitt=Dieses zweigeschossige, traufseitig zur Straße stehende Vorstadthaus aus dem 18. Jh. zeichnet sich durch eine im Hof gelegene hölzerne Treppe mit anschließendem Balkon aus. Es ist einer der letzten Bauten des ehemals auch "Elendgasse" genannten Straßenzuges; dieser Name verwies auf die am Ende der Gasse, in der Nähe des "Lazaretts" im Pestjahr 1680 errichteten hölzernen Keuschen, in denen die Pestverdächtigen "in Kontumaz" gehalten wurden (später gab es unweit dieser Stelle in der Steinfeldgasse das "Sunder-Siechenhaus" des Magistrats).
|Bildname1=Idlhofgasse 42.JPG
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|Bildbeschreibung1=Ecke Idlhofgasse-Ungergasse
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|Aufnahmejahr1=Laukhardt 2015
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|Bildbeschreibung2=Hof des ehemaligen Weinhauses
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Die obige "Weintaz-Karte" von 1727 (sie stellte die für die Einhebung der Wein-Steuer jeweilig zuständigen Herrschaften dar) zeigt ein interessantes Bild. Das Haus Idlhofgasse 42 ist durch den ausgesteckten Buschen deutlich als Gasthaus zu erkennen. Das Eckhaus gegenüber, der "Zollnergarthen" war das Eckhaus Prankergasse 24, und ganz links oben ist als "Tättenbachgarthen" der spätere Idlhof gezeichnet. Am linken Bildrand das noch stehende denkmalgeschütze Gebäude, das früher als Gasthaus "Zum grünen Baum" bekannt war.
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Von den noch in der Kunsttopographie von 1984 beschriebenen prominenten Altbauten sind gleich vier wichtige Adressen nicht mehr vorhanden: der "Seitzerhof" auf Nr. 5, der "Idlhof" auf Nr. 18-26 (dessen Reste noch im Bereich der Lederfabrik Rieckh zu sehen waren)und das durch einen Bombentreffer etwas veränderte Eckhaus Prankergasse 24, vom Freiherrn von Webersberg Ende des 17. Jhs. errichtet; hier sind leider beim Abbruch und Neubau vor kurzem auch die Ecknische mit der hl. Anna, Maria das Lesen lehrend, und die Nische in der Prankergasse mit dem Johann Jakob Schoy zugeschriebenen hl. Nepomuk "verschwunden".  
|Textabschnittstitel=Weintazkarte von 1727
Lediglich am engen Beginn der Niesenbergergasse ist die stark vereinfachte Fassade vom Ansitz "Wintersgrün" [[Idlhofgasse 11]] noch vorhanden, leider wurde seit 1984 auch der Rest der Wappentafel entfernt.
|Textabschnitt=Die Weintazkarte von 1727 (in der die für die Weinsteuer zuständige Grund-Herrschaft eingetragen ist) zeigt ein interessantes Bild. Das Haus in der "Ellendtgasse" ganz links ist durch den ausgesteckten Buschen als Gasthaus oder Weinschenke erkennbar, seine Steuer zahlte es an die "Graff Dietrichstainsche Täz". An der Ecke zur Prankergasse steht ein vornehmes Haus, vom Grazer Bürger G. Klingendraht vor der Mitte des 17. Jhs. erbaut, dann an eine Gräfin Trautmannsdorf gekommen, hier als "Zollner Garthen" dargestellt (der Begriff Garten bezeichnete zu dieser Zeit ein meist vornehmes Haus in der Vorstadt mit Obst- und Ziergarten). Am ganz rechten Bildrand ist der "Lidlhof" oder "Idlhof" mit seinen zierlichen Eck-Türmchen erkennbar, hier als "Tättenbach Garthen" bezeichnet. Am unteren Bildrand verlaufen die heutige Elisabethiner- und die Lazarettgasse.


 
Wie sehr hier der Altbestand vom Abriss betroffen waren, zeigt folgender Vergleich: Von vier noch in der Kunsttopographie von 1984 beschriebenen prominenten Altbauten sind drei heute spurlos verschwunden: der "Seitzerhof" auf Nr. 5, der "Idlhof" auf Nr. 18-26 (dessen Reste noch im Bereich der Lederfabrik Rieckh zu sehen waren), und das nach einem Bombenschaden etwas veränderte Eckhaus Prankergasse 24, früher als Fleischerei Reiner bekannt; leider sind beim Abbruch und Neubau vor kurzem auch die Ecknische mit der hl. Anna, Maria das Lesen lehrend, und die Nische in der Prankergasse mit dem bekannten Grazer Bildhauer Johann Jakob Schoy zugeschriebenen hl. Nepomuk "verschwunden".
(Nach Friedl, Idlhofgasse, ÖKT 1984, Laukhardt, Idlhofgasse)
Lediglich am engen Beginn der Niesenbergergasse ist die stark vereinfachte Fassade vom Ansitz "Wintersgrün" [[Idlhofgasse 11]] noch vorhanden, leider wurde seit 1984 auch der Rest der Wappentafel entfernt.<ref>Nach Pirchegger, Häuserbuch; Friedl, Idlhofgasse; ÖKT 1984; Laukhardt, Elendgasse</ref>
 
|Bildname1=1727, Weintazkarte, Ellendtgasse.jpg
[[Kategorie: Schutz-Kataster Gries]][[Kategorie:ab 2000 abgerissene Gebäude]]
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Aktuelle Version vom 13. März 2024, 13:58 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8010



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47° 4' 2.78" N, 15° 25' 24.46" E

Neubau

Ehem. Großhandel Agnello

Dieses zweigeschossige, traufseitig zur Straße stehende Vorstadthaus aus dem 18. Jh. zeichnet sich durch eine im Hof gelegene hölzerne Treppe mit anschließendem Balkon aus. Es ist einer der letzten Bauten des ehemals auch "Elendgasse" genannten Straßenzuges; dieser Name verwies auf die am Ende der Gasse, in der Nähe des "Lazaretts" im Pestjahr 1680 errichteten hölzernen Keuschen, in denen die Pestverdächtigen "in Kontumaz" gehalten wurden (später gab es unweit dieser Stelle in der Steinfeldgasse das "Sunder-Siechenhaus" des Magistrats).

Weintazkarte von 1727

Die Weintazkarte von 1727 (in der die für die Weinsteuer zuständige Grund-Herrschaft eingetragen ist) zeigt ein interessantes Bild. Das Haus in der "Ellendtgasse" ganz links ist durch den ausgesteckten Buschen als Gasthaus oder Weinschenke erkennbar, seine Steuer zahlte es an die "Graff Dietrichstainsche Täz". An der Ecke zur Prankergasse steht ein vornehmes Haus, vom Grazer Bürger G. Klingendraht vor der Mitte des 17. Jhs. erbaut, dann an eine Gräfin Trautmannsdorf gekommen, hier als "Zollner Garthen" dargestellt (der Begriff Garten bezeichnete zu dieser Zeit ein meist vornehmes Haus in der Vorstadt mit Obst- und Ziergarten). Am ganz rechten Bildrand ist der "Lidlhof" oder "Idlhof" mit seinen zierlichen Eck-Türmchen erkennbar, hier als "Tättenbach Garthen" bezeichnet. Am unteren Bildrand verlaufen die heutige Elisabethiner- und die Lazarettgasse.

Wie sehr hier der Altbestand vom Abriss betroffen waren, zeigt folgender Vergleich: Von vier noch in der Kunsttopographie von 1984 beschriebenen prominenten Altbauten sind drei heute spurlos verschwunden: der "Seitzerhof" auf Nr. 5, der "Idlhof" auf Nr. 18-26 (dessen Reste noch im Bereich der Lederfabrik Rieckh zu sehen waren), und das nach einem Bombenschaden etwas veränderte Eckhaus Prankergasse 24, früher als Fleischerei Reiner bekannt; leider sind beim Abbruch und Neubau vor kurzem auch die Ecknische mit der hl. Anna, Maria das Lesen lehrend, und die Nische in der Prankergasse mit dem bekannten Grazer Bildhauer Johann Jakob Schoy zugeschriebenen hl. Nepomuk "verschwunden".

Lediglich am engen Beginn der Niesenbergergasse ist die stark vereinfachte Fassade vom Ansitz "Wintersgrün" Idlhofgasse 11 noch vorhanden, leider wurde seit 1984 auch der Rest der Wappentafel entfernt.[1]

Kommentare

Im März 2015 wurde mit dem Abbruch der Häuser Idlhofgasse 38, 40 und 42 begonnen. Hier sollen rund 70 Wohneinheiten und 40 Tiefgaragenstellplätze entstehen. Mit dem Verlust dieses malerischen Bauensembles mit altem Baumbestand an der Ecke zur Ungergasse wird im Bezirk Gries eine weiteres altes Viertel verloren gehen.

Laukhardt (Diskussion) 13:26, 20. Mär. 2015 (CET) Soeben erfahren wir, dass für ein Bauvorhaben an dieser Stelle ein Bebauungsplan notwendig gewesen wäre; ein solcher ist aber nicht erstellt worden. Was ist los mit der Stadtplanung?

Laukhardt (Diskussion) 12:58, 21. Mär. 2015 (CET)

Einzelnachweise

  1. Nach Pirchegger, Häuserbuch; Friedl, Idlhofgasse; ÖKT 1984; Laukhardt, Elendgasse
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