Puntigamer Straße 22: Unterschied zwischen den Versionen

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|Straße=Puntigamer Straße
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|Textabschnittstitel=Die Friedl-Mühle
Datei:Puntigamerstraße_22,_Mühle.JPG|Mühlengebäude und Silo (Foto Laukhardt 2010)
|Textabschnitt=Schon 1364 wird im Archiv der Stadtpfarre ein ''Heinreih der Müller von Vattersdorf'' genannt, der möglicherweise hier seine Mühle hatte (Vatersdorf war bis ins 17. Jh. der Name von Liebenau). Die ehemalige Öl-Mühle Friedl bezog ursprünglich die benötigte Energie von dem unmittelbar am Mühlengebäude vorbeifließenden östlichen Arm des Liebenauer Mühlgangs, der bei der heutigen Schönaubrücke (Berta-von-Suttner-Brücke) von der Mur abzweigte (Langedelwehr) und unterhalb der Mühle durch den Schlosspark in Richtung Stangl-Mühle weiterfloss. Bei der Friedl-Mühle zweigte übrigens ein kleines Feuerbachl nach Westen ab und rann entlang der Kadettengasse durch das Schlosstor weiter in den Park. Im "Rumbold-Plan" von 1825 sind hier noch drei Mühlen eingezeichnet: "Liebenaumühl, Pfefermühl, Eggermühl".     
Datei:Puntigamer_Straße_22,_Friedl-Mühle.JPG|Die "Friedl-Mühle" (Foto Laukhardt 2011)
Datei:Puntigamer_Straße_22,_Wohnhaus.JPG|Das Herrenhaus (Foto Laukhardt 2011)
Datei:Puntigamer_Straße_22,_Portal.JPG|Eingang mit Tafel "JFM 1807" (Foto Laukhardt 2011)
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==Die Friedl-Mühle==
 
Schon 1364 wird im Archiv der Stadtpfarre ein ''Heinreih der Müller von Vattersdorf'' genannt, der möglicherweise hier seine Mühle hatte (Vatersdorf war bis ins 17. Jh. der Name von Liebenau). Die ehemalige Öl-Mühle Friedl bezog ursprünglich die benötigte Energie von dem unmittelbar am Mühlengebäude vorbeifließenden östlichen Arm des Liebenauer Mühlgangs, der bei der heutigen Schönaubrücke (Berta-von-Suttner-Brücke) von der Mur abzweigte (Langedelwehr)und unterhalb der Mühle durch den Schlosspark in Richtung Stangl-Mühle weiterfloss. Bei der Friedl-Mühle zweigte übrigens ein kleines Feuerbachl nach Westen ab und rann entlang der Kadettengasse durch das Schlosstor weiter in den Park. Im "Rumbold-Plan" von 1825 sind hier noch drei Mühlen eingezeichnet: "Liebenaumühl, Pfefermühl, Eggermühl".     


Nach einem Katastrophen-Hochwasser im Jahre 1916 wurde der Zufluss des Gerinnes an der Mur verlegt und bald darauf der trocken gefallene Mühlgang zugeschüttet und als willkommene Anbaufläche genutzt.  
Nach einem Katastrophen-Hochwasser im Jahre 1916 wurde der Zufluss des Gerinnes an der Mur verlegt und bald darauf der trocken gefallene Mühlgang zugeschüttet und als willkommene Anbaufläche genutzt.  
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Das Mühlenensemble fällt schon von Weitem durch den Silo auf, aber erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die Qualität dieses Komplexes. Das dreigeschossige, mächtige Mühlengebäude selbst trägt die Aufschrift "Friedl-Mühle", über dem ersten Obergeschoss ein schräg gestelltes Vordach. Das gediegene, aber restaurierungsbedürftig zweigeschossige Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch eine schlichte, aber schöne  Fassade mit genutetem Mittelrisalit und Eckquadern (spätklassizistisch?) aus, das über eine Stiege zu erreichende rundbogige Portal wird von einer Steintafel mit Zweiggirlande und der Inschrift "No. 32 RFM 1807" gekrönt, darüber ein Balkon mit schönem schmiedeisernem Gitter. Die Fenster mit den Rollbalken stammen in ihrer jetzigen Gestalt aus einer späteren Epoche. Auch das zweigeschossige Lagerhaus direkt an der Straße zeichnet sich durch eine schöne Fassadierung aus, während das Wirtschaftsgebäude keine schützenswerten Besonderheiten aufweist.
Das Mühlenensemble fällt schon von Weitem durch den Silo auf, aber erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die Qualität dieses Komplexes. Das dreigeschossige, mächtige Mühlengebäude selbst trägt die Aufschrift "Friedl-Mühle", über dem ersten Obergeschoss ein schräg gestelltes Vordach. Das gediegene, aber restaurierungsbedürftig zweigeschossige Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch eine schlichte, aber schöne  Fassade mit genutetem Mittelrisalit und Eckquadern (spätklassizistisch?) aus, das über eine Stiege zu erreichende rundbogige Portal wird von einer Steintafel mit Zweiggirlande und der Inschrift "No. 32 RFM 1807" gekrönt, darüber ein Balkon mit schönem schmiedeisernem Gitter. Die Fenster mit den Rollbalken stammen in ihrer jetzigen Gestalt aus einer späteren Epoche. Auch das zweigeschossige Lagerhaus direkt an der Straße zeichnet sich durch eine schöne Fassadierung aus, während das Wirtschaftsgebäude keine schützenswerten Besonderheiten aufweist.


(Nach: Broschüre "Liebenau" 1992).  
(Nach: Broschüre "Liebenau" 1992).
|Bildname1=Puntigamerstraße_22,_Mühle.JPG
|Bildbeschreibung1=Mühlengebäude und Silo
|Aufnahmejahr1=Laukhardt 2010
|Bildname2=Puntigamer_Straße_22,_Friedl-Mühle.JPG
|Bildbeschreibung2=Die "Friedl-Mühle"
|Aufnahmejahr2=Laukhardt 2011
|Bildname3=Puntigamer_Straße_22,_Wohnhaus.JPG
|Bildbeschreibung3=Das Herrenhaus
|Aufnahmejahr3=Laukhardt 2011
|Bildname4=Puntigamer_Straße_22,_Portal.JPG
|Bildbeschreibung4=Eingang mit Tafel "JFM 1807"
|Aufnahmejahr4=Laukhardt 2011
|Bildname5=1825, Liebenau (Plan der k. k. Provinzial-Hauptstadt Grätz StAG).jpg
|Bildbeschreibung5=Liebenauer Mühlen 1825
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[[Kategorie:Schutz-Kataster Liebenau]][[Kategorie:Industrie]]


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[[Kategorie:Schutz-Kataster Liebenau]][[Kategorie: Puntigamer Straße]][[Kategorie:Adresse]][[Kategorie:Aktuell (Graz)]][[Kategorie:8041]]

Aktuelle Version vom 18. April 2016, 19:11 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8041




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47° 2' 19.62" N, 15° 27' 20.70" E

Die Friedl-Mühle

Schon 1364 wird im Archiv der Stadtpfarre ein Heinreih der Müller von Vattersdorf genannt, der möglicherweise hier seine Mühle hatte (Vatersdorf war bis ins 17. Jh. der Name von Liebenau). Die ehemalige Öl-Mühle Friedl bezog ursprünglich die benötigte Energie von dem unmittelbar am Mühlengebäude vorbeifließenden östlichen Arm des Liebenauer Mühlgangs, der bei der heutigen Schönaubrücke (Berta-von-Suttner-Brücke) von der Mur abzweigte (Langedelwehr) und unterhalb der Mühle durch den Schlosspark in Richtung Stangl-Mühle weiterfloss. Bei der Friedl-Mühle zweigte übrigens ein kleines Feuerbachl nach Westen ab und rann entlang der Kadettengasse durch das Schlosstor weiter in den Park. Im "Rumbold-Plan" von 1825 sind hier noch drei Mühlen eingezeichnet: "Liebenaumühl, Pfefermühl, Eggermühl".

Nach einem Katastrophen-Hochwasser im Jahre 1916 wurde der Zufluss des Gerinnes an der Mur verlegt und bald darauf der trocken gefallene Mühlgang zugeschüttet und als willkommene Anbaufläche genutzt.

Das Mühlenensemble fällt schon von Weitem durch den Silo auf, aber erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die Qualität dieses Komplexes. Das dreigeschossige, mächtige Mühlengebäude selbst trägt die Aufschrift "Friedl-Mühle", über dem ersten Obergeschoss ein schräg gestelltes Vordach. Das gediegene, aber restaurierungsbedürftig zweigeschossige Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch eine schlichte, aber schöne Fassade mit genutetem Mittelrisalit und Eckquadern (spätklassizistisch?) aus, das über eine Stiege zu erreichende rundbogige Portal wird von einer Steintafel mit Zweiggirlande und der Inschrift "No. 32 RFM 1807" gekrönt, darüber ein Balkon mit schönem schmiedeisernem Gitter. Die Fenster mit den Rollbalken stammen in ihrer jetzigen Gestalt aus einer späteren Epoche. Auch das zweigeschossige Lagerhaus direkt an der Straße zeichnet sich durch eine schöne Fassadierung aus, während das Wirtschaftsgebäude keine schützenswerten Besonderheiten aufweist.

(Nach: Broschüre "Liebenau" 1992).


Kommentare

Der Komplex ist nicht denkmalgeschützt, er liegt aber innerhalb der Altstadt-Schutzzone Liebenau. Als herausragendes Bauspiel ehemaliger kleinindustrieller Struktur am Energie liefernden Mühlgang wäre auf die Erhaltung der wichtigsten Gebäudeteile weiterhin größtes Augenmerk zu richten. Laukhardt 21:05, 20. Aug. 2012 (CEST)

Einzelnachweise

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