Puntigamer Straße 22: Unterschied zwischen den Versionen
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Schon 1364 wird ein '' | Schon 1364 wird im Archiv der Stadtpfarre ein ''Heinreih der Müller von Vattersdorf'' genannt, der möglicherweise hier seine Mühle hatte (Vatersdorf war bis ins 17. Jh. der Name von Liebenau). Die ehemalige Öl-Mühle Friedl bezog ursprünglich die benötigte Energie von dem unmittelbar am Mühlengebäude vorbeifließenden östlichen Arm des Liebenauer Mühlgangs, der bei der heutigen Schönaubrücke (Berta-von-Suttner-Brücke) von der Mur abzweigte (Langedelwehr)und unterhalb der Mühle durch den Schlosspark in Richtung Stangl-Mühle weiterfloss. Bei der Friedl-Mühle zweigte übrigens ein kleines Feuerbachl nach Westen ab und rann entlang der Kadettengasse durch das Schlosstor weiter in den Park. Nach einem Katastrophen-Hochwasser im Jahre 1916 wurde der linksseitige Mühlgang zugeschüttet. | ||
Wernhar(d)t, Pfarrer zu Gambliz, derzeit Vicari zu Gräz, Khundtschafft, das er in Beysein etlicher Leüth den Hainrei-hen, den Müller von Vattersdorf, und seinen Schwecher Conrathen daselbst verglichen hab. Beschehn im 1364 Jar. | |||
Das Mühlenensemble fällt schon von Weitem durch den Silo auf, aber erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die Qualität dieses Komplexes. Das dreigeschossige, mächtige Mühlengebäude selbst trägt die Aufschrift "Friedl-Mühle", über dem ersten Obergeschoss ein schräg gestelltes Vordach. Das gediegene, aber restaurierungsbedürftig zweigeschossige Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch eine schlichte, aber schöne Fassade mit genutetem Mittelrisalit und Eckquadern (spätklassizistisch?) aus, das über eine Stiege zu erreichende rundbogige Portal wird von einer Steintafel mit Zweiggirlande und der Inschrift "No. 32 RFM 1807" gekrönt, darüber ein Balkon mit schönem schmiedeisernem Gitter. Die Fenster mit den Rollbalken stammen in ihrer jetzigen Gestalt aus einer späteren Epoche. Auch das zweigeschossige Lagerhaus direkt an der Straße zeichnet sich durch eine schöne Fassadierung aus, während das Wirtschaftsgebäude keine schützenswerten Besonderheiten aufweist. | Das Mühlenensemble fällt schon von Weitem durch den Silo auf, aber erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die Qualität dieses Komplexes. Das dreigeschossige, mächtige Mühlengebäude selbst trägt die Aufschrift "Friedl-Mühle", über dem ersten Obergeschoss ein schräg gestelltes Vordach. Das gediegene, aber restaurierungsbedürftig zweigeschossige Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch eine schlichte, aber schöne Fassade mit genutetem Mittelrisalit und Eckquadern (spätklassizistisch?) aus, das über eine Stiege zu erreichende rundbogige Portal wird von einer Steintafel mit Zweiggirlande und der Inschrift "No. 32 RFM 1807" gekrönt, darüber ein Balkon mit schönem schmiedeisernem Gitter. Die Fenster mit den Rollbalken stammen in ihrer jetzigen Gestalt aus einer späteren Epoche. Auch das zweigeschossige Lagerhaus direkt an der Straße zeichnet sich durch eine schöne Fassadierung aus, während das Wirtschaftsgebäude keine schützenswerten Besonderheiten aufweist. | ||
Version vom 25. August 2011, 18:14 Uhr
47° 2' 18.53" N, 15° 27' 20.21" E
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Mühlengebäude und Silo (Foto Laukhardt 2010)
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Die "Friedl-Mühle" (Foto Laukhardt 2011)
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Das Herrenhaus (Foto Laukhardt 2011)
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Eingang mit Tafel "JFM 1807" (Foto Laukhardt 2011)
Friedl-Mühle
Schon 1364 wird im Archiv der Stadtpfarre ein Heinreih der Müller von Vattersdorf genannt, der möglicherweise hier seine Mühle hatte (Vatersdorf war bis ins 17. Jh. der Name von Liebenau). Die ehemalige Öl-Mühle Friedl bezog ursprünglich die benötigte Energie von dem unmittelbar am Mühlengebäude vorbeifließenden östlichen Arm des Liebenauer Mühlgangs, der bei der heutigen Schönaubrücke (Berta-von-Suttner-Brücke) von der Mur abzweigte (Langedelwehr)und unterhalb der Mühle durch den Schlosspark in Richtung Stangl-Mühle weiterfloss. Bei der Friedl-Mühle zweigte übrigens ein kleines Feuerbachl nach Westen ab und rann entlang der Kadettengasse durch das Schlosstor weiter in den Park. Nach einem Katastrophen-Hochwasser im Jahre 1916 wurde der linksseitige Mühlgang zugeschüttet.
Wernhar(d)t, Pfarrer zu Gambliz, derzeit Vicari zu Gräz, Khundtschafft, das er in Beysein etlicher Leüth den Hainrei-hen, den Müller von Vattersdorf, und seinen Schwecher Conrathen daselbst verglichen hab. Beschehn im 1364 Jar.
Das Mühlenensemble fällt schon von Weitem durch den Silo auf, aber erst bei näherer Betrachtung zeigt sich die Qualität dieses Komplexes. Das dreigeschossige, mächtige Mühlengebäude selbst trägt die Aufschrift "Friedl-Mühle", über dem ersten Obergeschoss ein schräg gestelltes Vordach. Das gediegene, aber restaurierungsbedürftig zweigeschossige Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch eine schlichte, aber schöne Fassade mit genutetem Mittelrisalit und Eckquadern (spätklassizistisch?) aus, das über eine Stiege zu erreichende rundbogige Portal wird von einer Steintafel mit Zweiggirlande und der Inschrift "No. 32 RFM 1807" gekrönt, darüber ein Balkon mit schönem schmiedeisernem Gitter. Die Fenster mit den Rollbalken stammen in ihrer jetzigen Gestalt aus einer späteren Epoche. Auch das zweigeschossige Lagerhaus direkt an der Straße zeichnet sich durch eine schöne Fassadierung aus, während das Wirtschaftsgebäude keine schützenswerten Besonderheiten aufweist.
(Nach: Broschüre "Liebenau" 1992).
Kommentar: Der Komplex ist nicht denkmalgeschützt, er liegt aber innerhalb der Altstadt-Schutzzone Liebenau. Als herausragendes Bauspiel ehemaliger kleinindustrieller Struktur am Energie liefernden Mühlgang wäre auf die Erhaltung der wichtigsten Gebäudeteile weiterhin größtes Augenmerk zu richten.